Anklamer Klänge

Die Geschichte der Glocken der Anklamer Kreuzkirche


Die Anklamer Kreuzkirche wurde am 13. November 1955 eingeweiht. Als einer der wenigen Kirchenneubauten dieser Zeit wurde sie unter schwierigsten Bedingungen errichtet. Materialknappheit und politisch motivierte Erschwerung des Baus durch die Behörden führten immer wieder zu Problemen während der Planungs- und Bauzeit. Der Bau der Kirche war jedoch ein großes Anliegen der Kirchengemeinde, da durch die Zerstörung der Nikolai-Kirche im Krieg dringend ein zweiter angemessener Gottesdienstraum im Wohngebiet der ehemaligen Arado-Siedlung gebraucht wurde. 

In der neugebauten Kirche läuteten zunächst zwei Notglocken aus Bronze, über deren Herkunft wenig bekannt ist. Die größere von beiden hatte einen Sprung, die kleinere war durch ihre Größe - sie wog nur 96 kg - nicht auf Dauer für die Nutzung in der Kreuzkirche geeignet.

Die Kirchengemeinde wünschte sich für ihre neue Kirche ein angemessenes Geläut. Bronze war allerdings in der DDR ein extrem knappes und teures Material. Zunächst wurde noch die Wiederverwendung der vorhandenen Glocken für den Guss einer neuen Bronze-Glocke erwogen. Schließlich entschied man sich aber für den Guss von drei Eisen-Hartguss-Glocken und den Verkauf der Bronzeglocken an die Kirchengemeinden Usedom und Ducherow.

Der Auftrag an die Gießerei Franz Schilling in Apolda wurde im November 1959 erteilt. Da die Gießerei jedoch ebenfalls über lange Zeit ihren Betrieb aufgrund von Materialknappheit kaum aufrecht erhalten konnte, konnten die Glocken sowie der Glockenstuhl erst im Frühjahr 1962 geliefert werden.

Am 25. Juni 1962 wurden die Glocken durch Bischof Krummacher eingeweiht.

Sie klingen auf die Töne f1, as1 und b1 und haben ein Gewicht von 1.285 kg, 750 kg und 522 kg.

Ihre Inschriften lauten:

 

 

"De profundis clamo ad te, Domine"

("Aus der Tiefe rufe ich Herr zu dir")

 

"Veni rex gloriae cum pace"

("Komm, König der Herrlichkeit

mit Frieden")

 

"Sursum corda"

("Die Herzen empor")

 

Bereits in den 1990er Jahren zeigten sich erhebliche Korrosionen an den Glocken und dem Glockenstuhl. Es wurde deutlich, dass in Zukunft über die Erneuerung des Geläuts nachgedacht werden musste.

Evang. Kirchengemeinde Anklam
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